Vorhandene Oldtimerfahrzeuge Fahrzeug-Kurzübersicht der Freiburger Straßenbahn Vorhandene Fahrzeuge der Freiburger Straßenbahn
Straßenbahn-Motorwagen 1 - 27 (HAWA 1901)  

Von 1901 bis 1952 waren diese 7,5m langen Wagen in Betrieb. Ursprünglich mit offenen Plattformen, wurden diese um 1910 verglast. Schon bald reichten die wenigen Plätze (16 Sitz- und 14 Stehplätze) nicht mehr aus und in den dreißiger Jahren überlegte man, jeweils zwei zu einem Doppelwagen zu verbinden oder sie in Anhänger umzubauen. Erst 1954 wurden dann 7 zu Arbeitswagen und weitere 7 zu Anhängern umgebaut, die bis 1962 bzw. 1959 fuhren. Zuletzt waren 2 Wagen (Nr. 2 und 11) als Reklamewagen bis 1961 im Einsatz. Daß Nr. 2 erhalten geblieben ist, ist Herrn Hettinger zu verdanken. 1965 wurde Nr. 2 auf dem ersten Tag der offenen Tür ausgestellt und war zuletzt bei der Stadtbahneröffnung 1983 selbst gefahren. Aber auch als Ausstellungsstück ist Nr. 2 von größter Bedeutung. Der hölzerne Wagenkasten läßt die Herkunft vom Kutschenbau erkennen. Die elegante Form mit den eingezogenen Seitenwänden, die schöne Teakholzverkleidung, der wohnliche Innenraum aus schönen Hölzern, die seit 50 Jahren fast unveränderte technische Ausrüstung, stellen ein technisches Denkmal dar, ein Meisterwerk des Handwerks und der Pionierzeit der Elektrotechnik vor nunmehr fast 100 Jahren.

Straßenbahn-Anhänger 101, 102-104, 105-107, 108-110, 111-120, (HAWA, Rastatt, MAN, 1901, 1903, 1907, 1909). Umbauten: 116-125 (Rathgeber 1949), 105²-111² (Werkstatt 1954)

Ursprünglich waren Anhänger für den sonntäglichen Ausflugs-verkehr nach Günterstal angeschafft worden. Passend zu Mw 31-40 wurden die Anhänger 111-120 angeschafft, mit denen die Hauptlinien 2 und 4 verstärkt werden konnten. Nach dem 2.Weltkrieg wurden 10 mit Rathgeber-Aufbauten versehen.

Straßenbahn-Motorwagen 28 - 30 (Rastatt 1907)  und
Straßenbahn-Motorwagen 31 - 40 (MAN 1909 )  

Nr. 28 - 40 waren ursprünglich mit offenen Plattformen und mit einachsigen Drehgestellen geliefert. Diese Wagen waren bereits 10 Meter lang und boten 20 Sitz- und 24 Stehplätze. Die einachsigen Drehgestelle bewährten sich nicht und wurden 1925 bzw. 1938 gegen zweiachsige Fahrgestelle ausgetauscht. Die nach dem Krieg aufgearbeiteten Nr. 34, 36 und 38 waren bis 1962 in Betrieb, Nr. 38 diente dann noch bis 1971 als Arbeitswagen und ist damit dienstältester Straßenbahnwagen Freiburgs. Einige wurden an Museen verkauft, die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild hat 1992 die Nr. 38 zurückgekauft.

Straßenbahn-Motorwagen 41- 47 (MAN 1914)  

Diese Wagen waren gleich mit zweiachsigen Fahrgestellen und geschlossenen Plattformen geliefert. Sie waren nach Fahrgestelltausch mit 30er Wagen bis 1962 in Betrieb und dienten dann noch bis 1971 als Arbeitswagen. Einige wurden an Museen verkauft, die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild hat 1992 die Nr. 45 zurückgekauft, um sie zur 100-Jahr-Feier der Freiburger Straßenbahn im Jahr 2001 wieder einzusetzen. Gerade diese Straßenbahnen waren besonders formschön.

Straßenbahn-Motorwagen 47²-56 (Fuchs und Rastatt 1927)  

Diese 11 Meter langen vierachsigen Straßenbahnen mit 26 Sitz- und 24 Stehplätzen hatten sechs Seitenfenster. Sie waren bis 1968 in Betrieb und verkehrten sogar mit bis zu zwei Anhängern. Dazu wurden einige in den 50er Jahren entsprechend umgebaut und modernisiert. Auch der noch vorhandene Wagen Nr. 56.

Straßenbahn-Motorwagen 57-61 (Rastatt 1929)  

Diese fünffenstrigen 11 Meter langen vierachsigen Straßenbahnen mit 26 Sitz- und 24 Stehplätzen waren die letzten neuen Wagen vor dem Krieg. Sie waren bis 1968 in Betrieb und verkehrten sogar mit bis zu zwei Anhängern. Dazu wurden Nr. 58,60 und 61(=53²)  in den 50er Jahren entsprechend umgebaut und modernisiert.

Straßenbahn-Motorwagen 61²-71, 72-74 (Rastatt 1951-53)

Nach dem Krieg wurden 14 zweiachsige Motorwagen des Verbandstyps angeschafft. Sie waren 11 Meter lang und hatten 22 Sitz- und 48 Stehplätze. Ihr Aufbau war erstmals aus Stahlprofilen. Mit zwei 60kW-Motoren ausgerüstet, konnten sie zwei Anhänger ziehen. Da die Türen handbetätigt waren, wurden sie ab 1972 nur noch als Arbeitswagen verwendet.

Nr.64 und 72 wurden zu Rangierwagen 404 und 406, Nr.65 wurde zur Fahrschule 401, Nr.66 zum Schienenschleifwagen 405 umgebaut und Nr.70 wird als Oberleitungsmeßwagen 402 eingesetzt.

Straßenbahn-Anhänger 126-134 (Rathgeber 1950), und Straßenbahn-Anhänger 135-143 (Rastatt 1952 - 1953)

Steigende Fahrgastzahlen im und insbesondere nach dem 2. Weltkrieg erforderten größere Straßenbahnzüge, so daß die 1951 angeschafften Verbandstypwagen zwei Anhänger ziehen mußten. Die Anhänger sind von leichterer Bauart wie die Motorwagen. Sie besitzen kein eigenes Fahrgestell, die Achshalter sind direkt am Rahmen montiert. Dadurch ist der Fahrkomfort schlechter. Man muß aber bedenken, daß damals kaum schneller als 35 km/h gefahren wurde. Der Anhänger 142 aus dem Jahr 1953 ist seit 1997 wieder in Betrieb und fährt mit Motorwagen 56 mehrmals im Jahr.

Straßenbahn-Gelenkwagen 100-102 (Rastatt 1959)

Mangel an Schaffnern und Personaleinsparungswünsche führten zum Bau von Gelenkwagen. Die ersten Freiburger Gelenkwagen waren nur auf der Linie 4 , Littenweiler - Komturplatz, einzusetzen, da sie Wendeschleifen an den Endstellen brauchten. Aufgrund ihres supermodernen Erscheinungsbildes nannte man sie „Sputnik“. Während die zweiachsigen Verbandstypwagen nur bis 1971 fuhren und dann als Arbeitswagen eingesetzt wurden, fuhren die „Sputniks“ bis 1993. Der erste Wagen mit der Nr. 100, der von 1967 bis 1994 als Nr. 103² bezeichnet wurde, ist noch als Reklamewagen vorhanden.

Straßenbahn-Gelenkwagen GT4 103-108, 109-113, 115-122 (Eßlingen 1962, 1966, Rastatt 1967-68) (1967: 103=109², 109=114)

Mit 18 Meter Länge, 40 Sitz- und 130 Stehplätzen stellten diese 19 Straßenbahnen von 1962 - 1981 das Rückgrat des Freiburger Wagenparks dar. Kennzeichen sind Einmannbetrieb, automatische Türen, Höchstgeschwindigkeit 60 km/h. Sie waren bis 1994 in Betrieb. Die meisten wurden nach Ostdeutschland verkauft.

Straßenbahn-Gelenkwagen 151-160 (Eßlingen 1964)

Von 1985-1990 waren auch 10 „gelbe“ Wagen aus Stuttgart in Freiburg in Betrieb. Diese unterschieden sich durch ihre Einrichtung für Doppeltraktion von den Freiburger Wagen. Zwei GT4 konnten nämlich zu einem Zug, gesteuert von einem Fahrer, zusammengekuppelt werden.

Straßenbahn-Gelenkwagen GT8 201-204 (DüWAG 1971)

Der achtachsige, allachs-angetriebene Stadtbahnwagen wurde ab 1971 in Freiburg eingesetzt. Ein GT8 ersetzt einen kompletten Verbandstypzug aus Motorwagen und zwei Anhängern. 33 Meter lang bietet ein GT8 ca. 80 Sitz- und 200 Stehplätze. Die Geamatic-Steuerung optimiert Anfahren und Bremsen. Der Fahrschalter wird dabei von einem Stellmotor geschaltet.

Straßenbahn-Gelenkwagen GT8 205-214 (DüWAG 1981)

Zur Eröffnung der ersten Stadtbahnstrecke 1983 wurden die 10 GT8 205-214 bestellt. Elektronische Anfahr- und Bremssteuerungen bieten mehr Komfort durch stufenloses Anfahren und Bremsen. Beim Bremsen erzeugter Strom kann ins Netz zurückgespeist werden. Momentan sind diese Fahrzeuge nur Bedarfsweise im Einsatz.

Straßenbahn-Gelenkwagen GT8 221-231 (DüWAG 1990)

Die enorme Fahrgastzunahme um 50% Ende der 80er Jahre erforderte neue Züge. Niederflureinstiege im Mittelteil bei 221-231 erleichtern und beschleunigen den Fahrgastwechsel. Inzwischen sind 221 - 231 die Grundausstattung der Linie 1,3 und 5 und haben die höchsten Kilometerleistungen.

Straßenbahn-Gelenkwagen GT8Z 241 - 266 (Duewag 1993/1994)

Zweirichtungswagen, mehr Niederflur, jetzt an jeder Türe, war die Forderung an dieses Fahrzeug. Lediglich über den Drehgestellen ist der Boden mit einer Stufe etwas höher. Um den Raum voll zu nutzen wurden dort 2+2er Sitze verwendet, was etwas eng wird, da das Fahrzeug nur 2,3m breit ist. Dafür hat der Wagen mit 80 Sitzplätzen so viele wie der gleichlange Einrichtungswagen. Acht Motore zu je 80kW lassen den Wagen genauso flott fahren wie die der Serie 221 - 231. Sie werden meistens auf den Linien 2, 3 und 5 eingesetzt.

Straßenbahn-Gelenkwagen Combino 271 - 279 (Siemens 1999/2000)

100% Niederflur, 7 Wagenteile, 6 Längsantriebe, Einzelräder, 5 1/2 Türen pro Seite, Zweirichtungswagen, ca.80 Sitzplätze und 255 Stehplätze, das zeichnet den Combino aus. Die Abkehr vom Drehgestell-wagen ermöglicht durchgehend Niederflur auf der vollen Wagenlänge. Die Zusammensetzung, daher der Name „Combino“, aus Wagenelementen mit Fahrwerk und dazwischengesetzten „Sänften“ ermöglicht wirtschaftliche Fertigung und so ist dieses größere Fahrzeug kostengünstiger zu haben als die Vorgängerserie GT8Z. Vorwiegend wird dieses Fahrzeug auf Linie 1 eingesetzt.

Straßenbahn-Gelenkwagen Combino 281 - 290 (Siemens 2002-2004)

Genauso wie sein Generationsvorgänger besitzt der Combino "Advanced" 100% Niederflur. Die Combino-Merkmale:  7 Wagenteile, 6 Längsantriebe, Einzelräder, 5 1/2 Türen pro Seite, Zweirichtungswagen, ca.80 Sitzplätze und 255 Stehplätze. Im Vergleich zu seiner Vorgängerserie besitzt dieses Fahrzeug den neuartigen "Rundbogen"-Linienkasten, was eine Design-Optimierung darstellt. Außerdem , was eine Begeisterungswelle bei vielen Fahrgästen ausgelöst hat, ist das Fahrzeug mit einer Klimaanlage sowohl im Fahrer-, als auch im Fahrgastraum ausgerüstet. Die 2.Serie Combino sollte eigentlich nur 9 Exemplare umfassen, allerdings wurde ein weiterer dazugekauft, Wagen 290, der Wagen 272 der ersten Serie ersetzen soll.

Straßenbahn-Arbeitswagen

Richtig exotisch muten die selten zu sehenden Arbeitswagen an, da gab es zwei Sprengwagen mit großen Wasserkesseln zum Besprengen der früher noch ungeteerten Straßen. Und den alten Schleifwagen 414 , der zwei Schleifblöcke mit Druckluft auf die Schienen preßte, um die Oberfläche zu glätten. Und es gab Salzwagen, um im Winter die Gleise von Schnee und Eis zu befreien. Güterloren dienten dem Materialtransport, Rangierwagen verschoben in den Betriebshöfen die Anhänger oder defekte Motorwagen. Heute werden noch einige Schienentransporte mit der Diesellok 407 und ihren zwei Loren durchgeführt und der Schienenschleifwagen 405 schleift die Gleise. Ansonsten sind die meisten Arbeitswagen heutzutage Straßenfahrzeuge.